Keine Bühne dem Faschismus

Wir wählen das gute Leben!

Demonstration I 08. März I 16 Uhr I Erfurt Hauptbahnhof

Keine Bühne dem Faschismus – wir wählen das gute Leben!

Demonstration I 08. März I 16 Uhr I Erfurt Hauptbahnhof

Auf der Demonstration wird es eine Awareness-Struktur geben. Weitere Infos folgen.

Aufruf zur Demo

Heraus zum feministischen Kampftag 2024!

In diesem Jahr finden mehrere Wahlen in Thüringen statt, u.a. die Landtagswahl im September. Die rechtsextreme Partei AfD führt dabei aktuell in den Umfragen. Würden sie ihr klar faschistisches Weltbild umsetzen, hätte das enorme Auswirkungen auf die Geschlechterverhältnisse in unserer Gesellschaft und würde die Freiheit, Selbstbestimmung und Sicherheit von uns Frauen, Lesben, inter*, nichtbinären, trans* und agender Menschen (kurz: FLINTA*) massiv einschränken. Wir aber lassen uns von rechten Unterdrückungsfantasien nicht spalten. Wir stehen solidarisch zusammen und kämpfen gemeinsam für das gute Leben für alle – am 8. März und alle Tage: Das ist eine Kampfansage!

Dem Faschismus die Stirn bieten!

Die AfD propagiert in ihrem Grundsatzprogramm die „traditionelle Frau“, die sich für Kinder, Heim, Herd und Heimat aufopfert. Sie soll die „Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung“ erhöhen, womit die AfD offen an eine völkische und rassistische Ideologie anschließt. Ob ihre Ablehnung eines selbstbestimmten Abtreibungsrechts, ihr Kampf gegen vielfältige Beziehungs- und Familienformen oder ihre Zurückdrängung von Frauen und all jenen, die von der Gesellschaft dazu gemacht werden, in die Rolle als Hausfrau und Mutter: Die AfD schließt an zentrale sexistische Vorstellungen an und spitzt sie zu. Wir alle merken jetzt schon: Gesellschaftliche Rollenvorstellungen schreiben uns aufgrund unseres Geschlechts vor, wie wir zu leben, zu lieben und zu arbeiten haben. Entsprechen wir diesen Erwartungen nicht, erfahren wir Sanktionen, Diskriminierung, Gewalt und Kriminalisierung. Am massivsten betroffen von dieser patriarchalen Gesellschaft sind wir als Frauen und als Menschen, denen „Weiblichkeit“ und Frau-Sein von außen zugeschrieben werden, obwohl wir uns keinem oder einem anderen Geschlecht zuordnen. Unser aller Leben würde noch viel mehr erschwert und unsere Selbstbestimmung massiv beschnitten, wenn wir den Faschismus nicht stoppen und verhindern, dass er in Regierungsverantwortung kommt. Für einige von uns würde das heißen, dass ein freies Leben hier nicht mehr möglich ist.Egal in welches gleichstellungspolitische Feld man schaut, ist klar: Die AfD steht gegen alles, wofür wir seit Langem kämpfen. Die AfD bedroht unsere Selbstbestimmung, wir kämpfen für das gute Leben für alle. Daher gehen wir am 8. März auf die Straße und fordern laut: Keine Bühne dem Faschismus!

Zusammen gegen patriarchale Gewalt!

Ob Catcalling, sexistische Sprüche, sexuelle Übergriffe gegen FLINTA* oder Femizide: Als FLINTA* sind wir alle von patriarchaler Gewalt betroffen! Wenn auch auf verschiedene, aber zahlreiche Arten: Sexismus, Misogynie, Queer-Feindlichkeit, Diskriminierung von Frauen, Lesben, inter*, nicht-binären, trans* und/oder agender Menschen sind Ausdruck eines zutiefst verankerten patriarchalen “Normalzustands“. Patriarchat tötet! Gewalt gegen FLINTA* hat System – stürzen wir es!

Feministischer Kampf ist Arbeitskampf!

Wir wollen Anerkennung, faire Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen statt Ausbeutung! Ob wir erziehen, pflegen oder kassieren. Ob unbezahlt im Privaten oder als Erwerbsarbeit: Sorgearbeit wie Kinderbetreuung, Haushaltsführung oder die Pflege von Angehörigen wird immer noch mehrheitlich von uns FLINTA* gestemmt. Diese Arbeiten sind zentrale Aufgaben einer solidarischen Gesellschaft. Wir und unsere Arbeit müssen gesellschaftlich anerkannt werden – und nicht der Profitmaximierung dienen, während wir als FLINTA* selbst massiv von Altersarmut bedroht sind. Es braucht gerechte Löhne und gute Bedingungen sowohl für entlohnte als auch im privaten Umfeld getätigte Sorgearbeit. Deshalb wollen wir konkrete Kämpfe von Beschäftigten in diesen Bereichen unterstützen. Derzeit kämpfen bundesweit wie auch hier in Thüringen Beschäftigte in Krankenhäusern, im Einzelhandel oder in sozialen Einrichtungen und vielen weiteren Bereichen für gerechte Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Wir stehen hinter euren Arbeitskämpfen und Streiks! Es ist Zeit, dass sich in den Löhnen die Wichtigkeit von Sorgearbeit und Dienstleistungen für die gesamte Gesellschaft widerspiegelt! Feminismus ist Klasse! Letztlich müssen unsere feministischen Kämpfe darauf abzielen, die kapitalistischen Zustände ins Wanken zu bringen.

Mein Körper, meine Entscheidung!

Wir wollen über unsere Körper selbst bestimmen. Nach wie vor versuchen Staat, Kirche und Gesellschaft vorzuschreiben, mit wem und wie oft wir Sex haben sollen, ob wir zu viel oder zu wenig anhaben, ob und wann wir Kinder bekommen sollen oder mit welchem Geschlecht wir uns zu identifizieren haben. Einen Teilerfolg konnten wir feiern: §219a StGB wurde gestrichen und ermöglicht den Zugang zu Informationen über Abtreibungen. Doch trotz aller Bemühungen besteht §218 StGB nach wie vor und kriminalisiert Abtreibungen, kriminalisiert uns und nimmt uns das Recht, über unser Leben und unsere Körper selbst zu bestimmen. Das immer noch bestehende sogenannte „Transsexuellengesetz“ diskriminiert trans* Personen und erschwert ihnen die freie Auslebung ihre Geschlechtsidentität auf massivste Weise. Wir warten schon zu lange auf eine Änderung der Gesetzeslage! Der Regierungsentwurf des sogenannten Selbstbestimmungsgesetzes ist bereits durch das Bundeskabinett beschlossen worden. Allerdings müssen hier noch Änderungen folgen, damit es ein ECHTES Selbstbestimmungsgesetz wird! Denn der Entwurf beinhaltet an vielen Stellen Misstrauen gegenüber trans* Personen: Neue Wartezeiten und rassistische Ausnahmen für Asylsuchende sind unnötige Diskriminierung. Außerdem sieht er vor, dass Polizei und Verfassungsschutz über jede Personenstandsänderung informiert werden. Damit entstehen neue behördliche Listen und es wächst die Gefahr, dass die Personendaten von trans* Personen in die falschen Hände geraten. Wir fordern, dass die Änderungsforderungen der Fachverbände aufgegriffen werden und dem Bundestag ein überarbeiteter Regierungsentwurf vorgelegt wird.Zu dieser staatlichen Gewalt kommt noch die Hetze von Antifeminist*innen und Fundamentalist*innen, sexistischer Mist aus der Mitte der Gesellschaft, wie Bodyshaming und Slutshaming gegen FLINTA*, hinzu. Wir haben diese Unterdrückung und Entmündigung satt. Deshalb: TSG abschaffen, ein echtes Selbstbestimmungsgesetz verabschieden und weg mit dem Paragraphen 218 StGB! My body my choice – raise your voice!

Grenzenlos feministisch!

Unsere feministischen Kämpfe kennen keine Grenzen. Auf dem ganzen Planeten erfahren FLINTA* verschiedenste Formen von Gewalt und werden aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt, geschlagen, verstümmelt oder ermordet. Schluss damit! Wer hier Schutz sucht, muss Schutz bekommen. Unser Feminismus ist antirassistisch. Deshalb sagen wir: Keine FLINTA* ist illegal! Bleiberecht überall! Wir stehen solidarisch an der Seite unserer Mitkämpfer*innen in Afghanistan und Iran, die mutig ihre Stimme erhoben haben und für ihr Recht auf Selbstbestimmung und Freiheit ihr Leben riskieren. Als Schallverstärker*innen tragen wir eure Botschaft weiter. Frauen, Leben, Freiheit! – Jin, Jiyan, Azadî!

LET’S ORGANIZE! 

Den Kampf gegen das Patriarchat müssen wir selbst organisieren! Deswegen schließen wir uns feministisch zusammen, denn auf den patriarchalen Staat können wir uns nicht verlassen. Bekämpfen wir die Scheiße gemeinsam! Gemeinsam wollen wir am 8. März 2024 unsere Wut und Forderungen auf die Straße tragen! Und uns gegenseitig Mut machen und Schutzräume schaffen – Solidarität unter FLINTA* ist an jedem Tag wichtig! Das gilt mehr denn je in Zeiten, in denen wir die Auswirkungen der Pandemie nach wie vor fühlen: die kapitalistischen Unterdrückungsmechanismen wurden verstärkt, die häusliche Gewalt hat zugenommen und Unterstützungsnetzwerke waren schwerer zugänglich. Lassen wir uns von den sexistischen Verhältnissen nicht spalten! Alerta alerta antisexista! Frauen, Leben, Freiheit! 



Unsere Forderungen

Unsere Forderungen – Am 8. März kämpfen wir für Gerechtigkeit! 

In unserer Gesellschaft werden Menschen aufgrund ihres Geschlechts unterdrückt: 

Jeden dritten Tag wird eine Frau durch ihren (Ex-)Partner getötet.Trans* Personen werden durch das sogenannte „Transsexuellengesetz“ (TSG) extrem darin eingeschränkt, frei und selbstbestimmt zu leben.Sorgearbeiten (wie z.B. Putzen, Kinderbetreuung, Kranken- und Altenpflege), werden schlecht bezahlt und nicht anerkannt. Diese Arbeiten werden vor allem von Frauen ausgeführt. FLINTA* erfahren auf der ganzen Welt verschiedenste Formen von Gewalt und werden aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung verfolgt, geschlagen, verstümmelt oder ermordet. Das und vieles mehr muss sich ändern!

Deswegen fordern wir:

Dem Faschismus die Stirn bieten! Keine Bühne und keine Stimme dem Faschismus! Wir kämpfen aktiv gegen die AfD und alle anderen Erscheinungsformen des Faschismus – auf der Straße, in der Wahlkabine, auf der Arbeit, in der Schule, an der Uni, im Verein oder zuhause.

Mein Körper, meine Entscheidung! Abtreibung für alle ermöglichen! §218 endlich abschaffen! Transsexuellengesetz abschaffen! Ein echtes Selbstbestimmungsgesetz einführen! Ein gewaltfreies Leben für alle! 

Sorgearbeit ins Zentrum der Gesellschaft! Feministischer Kampf ist Arbeitskampf! Gerechte Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen und Anerkennung! Unterstützung der Kämpfe aller Streikenden! Ein Gesundheits- und Pflegesystem in dem es um Menschen und nicht um Geld geht!

Grenzenlos feministisch! Kein*e FLINTA* ist illegal! Solidarität mit allen internationalen feministischen Kämpfen!Bleiberecht für alle von patriachaler Gewalt Verfolgten!Frauen, Leben, Freiheit! Wir wollen ein gutes Leben für alle! Unsere feministischen Kämpfe kennen keine Grenzen!

Kinderbetreuung

Während der Demonstration wird eine Kinderbetreuung angeboten. Die Betreuung erfolgt durch einen pädagogisch langjährig erfahrenen Ehrenamtlichen aus der Jugendverbandsarbeit und eine weitere Person.

Am Anfang werden Kontaktdaten ausgetauscht, sodass die Eltern/Erziehungsberechtigten und die Kinderbetreuung sich während der Demo erreichen können.

Ort: RedRoXX, Pilse 29, 99084 Erfurt
(10 Minuten Fußweg vom Demostartpunkt am Erfurter Hauptbahnhof, 5 Minuten Fußweg vom Demoendpunkt am Anger)

Uhrzeit: 15:30 Uhr bis 15 Minuten nach Ende der Demo (Auflösung der Versammlung) am Anger